Dienstag, 16. Juni 2009

Neues aus einer anderen Welt

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Es gibt so viel zu erzählen und schwanke hier ständig zwischen den Extremen. Ich bin am selbe Tag Termiten in den Mangroven jagen und dann später bei einer Art Cocktail-Party der amerikanischen 'Elite' hier vor Ort.
Aber ich fange besser von vorne an. Entgegen meinen Befürchtungen, hat die Langeweile noch nicht vorbei geschaut. Im Gegenteil, ich muss mich ab un zu daran erinnern, dass ich keine Verpflchtungen habe und jeden Menge Bücher, die alle noch gelesen werden wollen.
Das mit der Schule wird nicht einfacher und merke immer wieder, dass ich nicht umbedingt die beste Pädagogin bin, die das Sonnenlicht erblickte (hätte ich eigentlich auch schon vorher sagen können). Es ist nicht einfach das Konzept von links und rechts zu erklären. Ich habe jetzt die zweite Stunde damit verbracht und habe das Gefühl, es haben immer noch nicht alle verstanden. Plus das Problem der völlig unterschiedlichen Alter, Motivation etc. Dann kommen viele nur sporadisch oder 30min zu spät und man kann wieder von vorne anfangen. Ich weiß auch nicht, inwie weit, viel der Kinder überhaupt Spanisch richtig sprechen. So wie ich das jetzt verstanden habe, sprechen viele zu Hause eine indigene Sprache, die auf einem völlig anderem Konzept aufbaut (z.B. gibt es da für große Welle, großer Fluß und viel Wasser nur ein Wort). Ich merke auf jeden Fall, dass ich mit der Aufgabe manchmal ganz schön überfordert bin. Da habe ich mir dann ein neues/zusätzliches Hobby gesucht. Wie ich ja schon schrieb, volunteere ich jetzt in dem Tropeninstitut und bin fast jeden Tag da. Letzte Woche war es inhaltlich eher semi-spannend, da am Wochenende Tag der offenen Tür war und ich mit dem öffentlichkeits-Arbeit-Menschen so Krams vorbereitet habe. Allerdings habe ich so zwischen Tür und Angel ein wenig was mitbekommen, wie Schrimps, die in einem Schwamm leben. Gestern durfte ich dann mit fast 200 kleine Pfeilgiftfrösche verstecken spielen. Die Viecher, in allen erdenklichen Farben, leben meist zu zweit in einem Terrarium und ich musst schauen, ob auch noch alle lebendig sind und es ihnen gut geht und sie füttern. Das ist nicht so einfach, wenn sie da in ihrem eigenen kleinen Dschungel leben, maximal 4cm groß sind und sich zwischen zwei Blättern verstecken und auch noch genauso aussehen. Am Ende habe ich dann aber doch gewonnen und allen gefunden. Besonders die roten sollte dieses Spiel nicht zu häufig spielen, die sind nämlich leicht zu finden.
Und was fressen so kleine Viecher? Noch kleinere Viecher! Drosophila (Fruchtfliegen)-Maden, Termiten und Ananas. Die Drosophila werden in Kolonien in extra Plastikdosen gezüchtet und müssen auch regelmäßig gefüttert werden und Termiten wachsen im Wald. Dazu musste ich mit viel Mückenspray, Machete und Gummistiefeln in den Mangrovenwald stapfen, ein Nest finden, einzelnen Stücke herausschlagen und darauf Termiten klopfen. Die gabs dann später zum Mittag (nicht für mich, für die Frösche). Das ist die eine Welt, in der ich derzeit unterwegs bin. Das andere mutet ein wenig Tele-Novela-artig an. Das ist nämlich dann, wenn ich mit den Amis unterwegs bin. Der Hausbesitzer hatte mich, bevor er gefahren ist, noch einigen Leuten vorgestellt, wo mich ein Paar jetzt so halb adoptiert hat. Die wohnen in einem wunderschönen Haus, mit wundertollem Blick über eine Bucht und die Frau ist immer über den neuesten Klatsch und Tratsch informiert und teil ihn auch gerne. Die Art und Weise, wie sich die Amis hier aufhalten, erinnert mich sehr an Geschichten aus kolonialen Zeiten à la Engländer in Indien oder so. Ich denke ich muss nicht dazu sagen, dass die Leute, die teilweise schon zehn Jahre hier leben, ein äußerst dürftiges Spanisch sprechen (also eher nicht) und auch sonst eine Art an den Tag legen, die definitiv nicht die Integration in die einheimische Bevölkerung zum Ziel hat (außer um sie ihre Häuser reinigen zu lassen). Nun ja, wenn ich mit denen unterwegs bin., habe ich das Gefühl ich bin dann in den USA. Am Freitag wurde ich zu einem Boots-Trip (Nein keine Yacht, hätten sie so viel Geld, würden sie auf Barbados oder Granada wohnen) mit dem Wassertaxi mit genommen. Wir haben alle wichtigen Sehenswürdigkeiten, die man per Boot so erreicht abgeklappert. So waren wir in der Delphin-Bucht, die nicht zufällig so heißt. Wie im Film, schwamm dann ein Delphin (passenderweise war es auch so ein Tümmler wie Flipper). Wie das so ist, hat die Kamera, von dem Mädel (wir waren ein Truppe von acht Leuten) genau dann schlapp gemacht und meine war im Rucksack. Ich muss mir die Fotos von ihr besorgen, dann kann ich wenigsten eine Finne aus der Ferne zeigen. Wir waren auch noch in einer Pizzeria, fernab von allem, geführt von einem österreichischem Paar (und wozu bin ich dann soweit gereist?) Dort gabs dann noch ein Krabbenrennen (kleiner Eindruck davon s.u.) und wir waren schnorcheln bei zwei verschiedenen Riffen. Das war toll. ganz viele bunte Fische. Allerdings kein Nemo und kein Hai.
Irgendwie fehlt mir gerade die Motivation zum weiterschreiben. Wann anders gibts mehr. Hier noch ein Bild von einer Spinne derselben Sorte, wie der Angreiferin. Auf dem Bild lebt sie noch, inzwischen nicht mehr. Angeblich, wie ich hinterher erfohr, sei dies nur eine harmlose Bananenspinne. Aber wer sich auf dem Moskitonetz meines Bettes niederlässt, der kommt nicht so einfach davon.Und man weiß ja nie, was die noch alles geplant hatte..

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